08.01.13:
Abflug nach Johannesburg – die SAA hat einfach den Flugzeugtyp gewechselt. 2 Reihen hinter uns hat jemand meine (!) Beinfreiheit. Das fängt ja gut an!

09.01.13:
Autoübernahme klappt wunderbar. Auf nach Tzaneen! Sherwood Guest House macht dem Namen alle Ehre. Mitten im Wald und seit Robin Hood im Betrieb. Sehr gemütlich und stilvoll (könnte aber ein bißchen sauberer sein). Das Abendessen entschädigt für vieles.

10.01.13:
Auf zum Baobab. Mitten im Baum eine Kneipe für ca. 10 Personen. 3 Japaner mitn Ihrem Ranger drehen einen Film. Wir dürfen mitspielen und „Jagmeester“ trinken. Lokal gemacht, aber mit Geweih wie echter Jägermeister, aber viel zu süß. Weiter zum Debengeni Wasserfall. Wunderbar gemacht. Die Landschaftsarchitekten vor tausenden von Jahren hatten echt was drauf! Viele schöne Plätze für Besucher zum Grillen.
Die Landschaft zeigt sich im satten Grün. Avocados, Lychies und Mangos kann man überall sehen. Sie werden an den Straßen flächendeckend angeboten. Wir finden auch kleine Büsche und denken es sind Blaubeeren (weil es die auch morgens zum Frühstück gab). Margit steigt aus und kann aber keine Beeren entdecken. Also kurz entschlossen über eine Schotterpiste in die Felder, bis wir 2 Landarbeiter treffen. Es ist Tee – erklärt uns William, der früher 2. Liga Fußball gespielt hat. Er findet, dass es gut ist, wenn wir nach Südafrika kommen, dann kann sein Chef ihm Lohn zahlen. Ziemlich wenig, wie er findet (SAR 1.600 / Monat). Ich glaube, er hat Recht.
Haenertsburg ist ein schönes Dorf mit einer Hauptstraße mit vielen Kneipen. Wir sind aber nur durchgefahren, umn über die R528 und eine Schotterpiste zurück nach Agatha zu kommen. Ein schwerer LKW mit Waldarbeitern kommt uns genau bei einigen Schlaglöchern entgegen. Margit hält die Luft an – aber es paßt!

11.01.13:
08:30 h Abfahrt zum Krüger Park im Regen. Übers Phalaborwa Tor geht es zum Letaba Camp. Gleich am Anfang begrüßen uns Impalas und eine Schildkröte. Dann nichts mehr!. Alle Tiere sind auf Arbeit. Wir verlassen die Hauptstrecke und finden auf einer Nebenstrecke tatsächlich einen einsamen Elefanten und später noch ein paar Zebras. Als wir im Letaba-Cafe sitzen, fängt es wieder an zu regnen. Nicht viel, aber die Luftfeuchtigkeit wird extrem. Auf deutsch: Ich schwize wie ein …. ja was denn.
Als ich später auf der Terrasse unserer Hütte sitze, höre ich einen Schrei. Panik! Margit schreit: Da springt ein Tier aus der Toilette! Ich sehe eine ca. 25 – 30 cm lange Echse. Wir also los zur Rezeption. Keiner glaubt uns, bis ein Ranger kommt. Die Echse liegt friedlich im Toilettenbecken und ist ausweislich der schönen Barthaare eine Ratte. Wir verlassen das Haus und uns auf den Hausmeister, der die Ratte fangen soll und sitzen schon wieder im Cafe. Um 20 Uhr sind wir aus dem Cafe zurück. Ein schöner Abend. Margit sagt: Zeig‘, dass Du ein Held bist. ich bewaffne mich mit Wurstzange und Messer und …. die Ratte ist noch da! Ich fahre durch das ganze Camp. Niemand mehr da. Die Mitarbeiter aus dem Cafe schaffen es, dass ein guter Mensch die mittlerweile so gut wie tote Ratte aus der Toilette fischt.

12.01.13:
Irgendwie verärgern die hier Ihre Fans. Bedeckter Himmel, Temperatursturz auf 22 Grad und Regen!!! Den ganzen Tag Nieselregen, dafür aber eine schöne Safari. Wir fahren in Richtung Olifants am Letaba entlang. Schöne Strecke, aber keine Tiere! Bis nach guten 20 km 4 Elefanten wie aus dem nichts auftauchen. Dann geht es Schlag auf Schlag: Giraffen, Zebras, Mistkäfer, Schildkröten, Impalas ohne Ende, einen Schwarzstorch, Nyalas, Kudus, Streifengnus, Wildschweine …
Zum Schluss noch einen Rundkurs (S47) Letaba in die andere Richtung mit 2 Highlights. Wir durchqueren einen kleinen Teich, der sich auf dem Weg gebildet hat und fühlen uns beobachtet. Jede Menge Wasserschildkröten schwimmen auf uns zu und recken unter dem Autofenster Ihre Hälse. Wahrscheinlich glauben sie, Dass wir ihren Teich besetzen wollen.
Ein paar Kilometer weiter wacht Margit aus einem ihrer (regelmäßigen) Nickerchen auf und ruft „Büffel“. Ich wäre an der größten Büffelherde vorbeigefahren, die wir je gesehen haben. Ca. 40 Büffel einschließlich vieler Jungtiere wandern an uns vorbei. Ein älterer Büffel hat uns immer im Blick. Maximal 50 m entfernt. Ein großartiges Bild! Damit hatten wir kurz vor Ende „unserer Safari“ nicht gerechnet.

13.01.13:
Wir tanken noch in Letaba und wollen Geld für unterwegs ziehen. „Out of order“. Die letzten SAR 100 gehen für das Frühstück weg – pleite! Also auf nach Mopani. Ein schönes Camp. Hat uns besser gefallen als Letaba. Aber kein Geldautomat! Vormittag auf einem Vogelausguck mindestens 8 Hippos beobachtet. Noch 40 km bis Shingwedzi: gar nichts – nur Landschaft und Regen! Nich mal am „Olifantsbad“, wo eigentlich immer mindestens einer Stallwache halten sollte!
Nun sind es schon 3 Tage voller Regen. Wir überlegen, was wir für 3 Tage bedecktes und regnerisches Wetter zurückfordern können.

14.01.13:
Kaum ausgewacht, geht der 4. Tag mit Dauerregen los. Wir trinken Kaffee und fahren auf Pirsch. Alle großen Tiere sind zu Hause geblieben. Später fahrt zu einem Aussichtspunkt direkt an der Grenze zu Mozambique. Ich will rüberschauen. Geht aber nicht – ein Berg ist im Weg. Wir sehen aber noch Büffel, Giraffen, Wasserböcke … aber keine Elefanten! Ich bin beleidigt.
Dafür machen wir Fotos von den überschwemmten Wegen, um zu beweisen, was aus einem „Sommerregen, höchstens mal einen halben Tag land“ so alles werden kann. Auf dem Rückweg erreichen wir 27 Grad und Margit fotografiert die Sonne (zum Beweis, dass sie noch da ist). Im Lager regnet es Bindfäden, alle Wege sind überschwemmt! Wir haben uns drangewöhnt.

15.01.13:
Es beginnt der 5. Regentag. Auf nach Punda Maria. Die als besonders schön beschriebenen Nebenrouten (S 56) sind wegen Hochwasser gespeert. Aber auf der Hauptroute sehen wir Elefanten. Auf der S 58 eine kleine Sensation: unser 1. Nashorn auf dieser Reise. So landen wir pünktlich im Camp zum Mittagessen. Sehr niedliche, alte, kleine Zimmer. Sehr sauber!
Später scheint die Sonne, wir ignorieren sie, damit sie sich nicht gestört fühlt. Der Sonnenbrand am rechten Arm (offenes Fenster – Rechtslenker) vom 2. Tag ist wieder da! Endlich können wir Sonnenschutz benutzen. Margit hat besondere Freude an einem Dutzend Mistkäfer, die Elefantenkot zu Kugeln rollen (frisch und duftend).
Das Ignorieren der Sonne hat nichts geholfen. Als wir abends im Restaurant sitzen, treffen wir ein älteres Ehepaar aus Hamburg, die bis Ende März bleiben und zum 10. mal da sind. Mitten im Abendessen knallt es. Ein Gewitter mit heftigsten Regenschauern einschließlich Stromausfall, so dass wir bei Kerzenlicht essen müssen.

16.01.13:
Es regnet ununterbrochen. Margit weigert sich aufzustehen. So beginnt der 6. Regentag. Nach dem Kaffee fahren wir nach Thohoyandou, die Hauptstadt (?) der Venda, eines Stammes, der zu Zeiten der Apartheid eins der sogenannten Selbstständigen Homelands abgeben musste. Nebenwege, die ich ja gern fahre, völlig unpassierbar. Wir fahren zum Venda Art + Crafts Center und treffen einen Maler + Bildhauer. Sehr verworren, aber sehr freundlich. Wir kaufen eine Schale und fragen ihn nach Stoffen. So kommen wir zu einem indischen Stoffhändler und kaufen 25 versch. Stoffe mit viel reden und lachen. Wir laden Avhashoni zum Essen ein.
Wir machen uns auf den Rückweg und stellen fest, dass das Wasser fast schon überall weg ist. Es regnet ja auch seit ca. 2 Stunden nicht mehr.
Am Abend ein Glas Wein trinken und mit dem netten englischen Nachbarn reden, der zum 40. Mal auf Safari ist und alle Tiere mit Vornamen kennt. Er hat 5 Geparden bei der Jagd aus Impalas gesehen! Warum er!?

17.01.13:
Um 7 Uhr regnet es nur noch wenig. Kurz vor dem Pafuri Camp ein Löwe! Gesehen haben ihn Ranger, die uns aufmerksam machen. Und in diesem Moment beginnt die Sonne zu scheinen. Wenn das kein gutes Zeichen ist. So verlassen wir den Krüger Park. Wir entscheiden uns wegen des Wetters gegen die Fahrt entlang des Limpopos.So kommen wir schnurgerade nach Musina. Eine pulsierende Stadt – man könnte auch chaotisch sagen. Wir finden einen Inder, aber Margit mag das Essen in der Auslage nicht. Nebenan beim Bäcker gibt es (hinter dicken Gittern) mit Fleisch gefüllte Blätterteigtaschen und Hefegebäck mit Kokos. Dazu 2 Ingwerkekse und wir haben für ZAR 19 einen Mittagsimbiss.
Eine Stunde später sind wir an der Mopane Bush Lodge. Am Eingang erwartet uns ein junger Mann (wer weiß, wie lange er da schon gestanden hat), weil auch hier die normalen Wege nicht passierbar sind. Mit dem Pirschfahrzeug der Lodge erreichen wir über Umwege unsere Lodge. Wir wohnen im Haus „Gemsbock“, die Sonne scheint, die Vögel singen und alles ist gut.

18.01.13:
Frühstück mit Andrew, dem Manager der Lodge. Sehr interessanter Typ. Er erklärt uns, dass er beim nächsten Mal ANC wählen will, wenn der jetzige stellv. Parteivorsitzende Zuma als Präsident ablösen wird. Er sieht dies als das Werk Mandelas – so etwas wie seinen letzten Wunsch. Andrew ist stolz auf sein schwarz weißes Südafrika. Seine Kinder (12 + 15) gehen mit schwarzen Mittelklassekindern zur Schule.
Er fährt uns zum Mapungubwe World Heritage Site. Johannes, unser Ranger fährt mit uns weiter auf einen Berg, auf dem um 1200 Könige lebten und begraben wurden. Um den Berg herum lebten 5.000 – 8.000 Bauern, Jäger und Händler, die Handel mit Elfenbein bis nach China und Ägypten betrieben. Wir müssen 150 Stufen bei brütender Hitze den Berg hinauf. Mich tröstet nur, dass Johannes genauso schwitzt wie ich. Wir sind froh über die Kühltasche mit Getränken, die wir mitgenommen haben. Der Ausblick lohnt sich!

19.01.13:
Das Museum im Park mit dem „goldenen Nashorn“ und anderer Zeugen vergangener Zeiten ist leider wegen der Überschwemmungen geschlossen. Also auf nach Pontdrift, der Grenze zu Botswana. So kommen wir zur Seilbahn über den Limpopo. Alt, aber funktionsfähig. Ein sehr ungewöhnlicher Grenzübergang.

20.01.13:
Um 9 Uhr sitze ich in unserer Luxus Suite und kann sie nicht verlassen. Es regnet dermaßen, dass man keinen Hund vors Haus jagen würde. So fällt unsere zweite Safari in Botswana im wörtlichen Sinn ins Wasser. Dafür war die erste gestern Abend ein echtes Highlight. Gute 30 Grad, der Fahrtwind angenehm im Gesicht. Wir sehen, was man so sieht. Dann kommen wir an einen Platz haben vor uns 13 Löwen. 2 Weibchen und 11 Junge. Unser Ranger erzählt die Geschichte. Die Weibchen sind Zwillinge und und haben 2, bzw. 3 Junge, die 5 – 6 Monate alt sind. Es gab einen Kampf mit den Tanten der Zwillinge. Die Tanten sind schwer verletzt aus diesem Kampf hervorgegangen. Die 6 Jungen von den Verliererinnen sind von den Gewinnerinnen adoptiert worden. Und so tollen so viele niedliche Löwenjunge vor unseren Augen. … und dann geht es los. Nahezu übergangslos schüttet es Wasser vom Himmel. Unser Camp scheint im Zentrum des Gewitters zu liegen.

21.01.13:
Um 12 Uhr sitzen wir in unserer Suite und genießen das Rauschen des Meeres. Das Wasser kommt immer näher auf uns zu. Zur Zeit (so die Ranger) ist es unmöglich Mashatu und / oder Botswana zu verlassen. Selbst wenn man den Limpopo erreichen würde, wäre der Wasserstand so hoch, dass die Seilbahn nicht fahren könnte. Zwei südafrikanische Hobbyfotografen, die morgen abreisen wollten, richten sich auf eine unfreiwillige Verlängerung ein.
Das Wasserloch vor der Lodge ist eins mit dem Fluss geworden. Einer großer Baum vor der Terrasse wurde so unterspült, dass er umgefallen ist. Das fotografieren sogar die Ranger.Von der Seilbahn über den Limpopo ist eine Kabine abgerissen. Keiner weiß, ob sie funktionstüchtig gemacht werden kann, bis wir zurück müssen.

22.01.13:
Heute morgen können wir endlich wieder auf Pirschfahrt. Wir stehen mitten in einer Elefantenherde, als der Ranger über Funk die Nachricht bekommt, dass die Flut einen neuen Anlauf nimmt und der Parkmanager entschieden hat, dass alle Gäste nach Johannesburg ausgeflogen werden sollen. Im übrigen habe der Limpopo die geparkten Autos schon mitgenommen. Die Autos standen an der Seilbahnstation locker 8 Meter über dem Flußbett. Kein Ranger kann sich an solch eine Flut erinnern. Ich rufe sicherheitshalber bei Ilanga an. Sie sind informiert und suchen ein neues Quartier für uns. Das Auto haben sie auch schon gemeldet und wir brauchen nur noch eine Fall-Nr. der Polizei in Südafrika.
12:15 h Abfahrt sofort, weil die Grenzstation in Auflösung begriffen ist. Bei strahlender Sonne (zwischen 2 Regenfronten) geht es zum Limpopo Airfield. Keine Grenze mehr da. Nur noch ein Haufen Verantwortlicher und solche, die sich dafür halten.Um 16 Uhr kommt unser Flieger. Der Kapitän erklärt fröhlich, er habe eine schöne Lücke zwischen den Fronten gefunden, um rauszukommen. Fast ohne Luftlöcher und ähnliche Schwankungen landen wir um 17:10 h in Johannesburg.

23.01.13 + 24.01.13:
Wir haben uns entschlossen bei Johannesburg auf der Heia Safari Ranch zu bleiben. Wir haben schönes Wetter und erkunden die Umgebung, wie den Hartbeesport Dam, Cradle of Humankind und viele interessante Museen.

25.01.13:
Wir fliegen nach Hause! Am nächsten Tag landen wir bei – 9 Grad und in Sandalen und Strickjacke(Margit!) in Deutschland. Der Limpopo lässt grüßen!